Künstlerinformationen

BUKAHARA

Single: "Afraid No More"
Album: "Canaries in a Coal Mine" VÖ 13.03.20

BML Records

 

Von der Hülle grüßt der Pfau. Stolz, farbenprächtig, und längst nicht so eitel wie es das Klischee will. Trotz ist für ihn keine Masche, sondern seine Solidaritätserklärung mit all den bunten Vögeln, deren Lieder den grauen Weltansichten trüber Nationalisten widersprechen. Canaries In A Coalmine, das neue Bukahara-Album, spielt dem Leben und der Vielfalt zu. Mit Kraft und Liebe. Wie immer eigentlich. Und doch fand während der Entstehung der Platte ein Feinschliff, beinahe eine Formvollendung statt. Die vier Männer mit den teils gegensätzlich erscheinenden kulturellen Sozialisationen, schöpfen heute stärker denn je aus ihren individuellen Kreativquellen. Und weil jede Band bekanntlich mächtiger ist als die Summe ihrer Teile, kommen Bukahara zum Beginn des zweiten Jahrzehnts ihres Bandbestehens ganz groß raus.

Die 11 neuen Songs richten sich nicht gegen irgendwen. Sie ergeben zusammengenommen viel mehr ein leidenschaftlich artikuliertes Plädoyer für Vielfalt, Toleranz, und die Offenheit, Unterschiede nicht nur auszuhalten, sondern regelrecht zu feiern. Die Band selbst ist dafür ein mitreißend-pulsierendes Beispiel. Denn genau genommen ist Bukahara seit der Gründung 2009 immer ein offener Raum der Begegnung gewesen. Man wird förmlich reingesogen in die multipolare Welt der Band, in der die unterschiedlichen Elemente sich gegenseitig neugierig beäugen und aus schierer Freude an den vielen musikalischen Sprachen miteinander spielen. Getragen von den Melodien der leicht rauen, markanten Stimme des Leadsängers verflechten sich unterschiedlichste musikalische Essenzen zu klugen, stimmigen Arrangements. Das Resultat ist eine eingängige, aber nicht minder qualitativ hochwertige, von Folk und Klängen aus aller Welt inspirierte Popmusik.

Für Soufian Zoghlami (Leadgesang, Gitarre, Schlagzeug, Percussion), der zur Hälfte tunesische Wurzeln hat, Ahmed Eid (Bass, Percussion), der in Syrien geboren wurde und in Palästina aufwuchs, Daniel Avi Schneider (Geige, Mandoline), der jüdisch-schweizerischer Herkunft ist, und dem Münsteraner Max von Einem (Posaune, Sousaphon, Percussion), ist es Bukahara-Musik. Ein Signet-Sound, der unbedingt tanzbar schwingt und weht, aber gleichsam auch Fühlen macht und die Sinne öffnet. Man hat förmlich diese Duftmarken in der Nase, das Gemisch aus exotischen Gewürzen, Kräutern und warmer Erde, wenn die vier Jazz-Studierten mit ihrem „Folk-Orient-Balkan-Sound“ jedes Konzerthaus und jede Festivalbühne zur amtlichen Partybude küren. Ob während Headliner-Slots bei großen Festivals, oder in der ausverkauften KölnerPhilharmonie: Bukahara funktioniert überall wie eine Anleitung zum glücklich sein.

Aber eben nicht nur auf der Bühne. Die Energie, die Verbindlichkeit, jederzeit alles zu geben, überträgt die Band für Canaries In A Coalmine nun erstmals in Reinkultur auch auf Platte. Mussten ihre Songs früher erstmal jeweils den Live-Test durchlaufen, wurde die Platte nun, gemeinsam mit dem Produzenten Tilman Hopf, der bereits mit Künstlern wie Dendemann, José González, Astrid North oder Hans Unstern gearbeitet hat, erstmals komplett im Studio geboren. Mit aller Euphorie, die sich vorher ausschließlich auf der Bühne offenbarte. Und auch mit allem musikalischen Humor, den Bukahara unbedingt als Alleinstellungsmerkmal für sich reklamieren können. Humor als Lebenselixier. Er wird nicht vordergründig inszeniert, ist aber in den nuancenreichen Pulsen von Canaries In A Coalmine so präsent wie die persönlichen  Erfahrungen, aus denen diesmal vor allem Haupttexter und Komponist Soufian Zoghlami schöpft.

Der Mann am Fenster, der gerne so schön leicht mit den Wolken ziehen würde, leidet unter Agoraphobie, Platzangst. Es geschieht nicht zum ersten Mal, dass Soufian Zoghlami seine Ängste in einem Song mitteilt. Aber diesmal formuliert er sie erstmals auch auf Deutsch. Das munter zappelnde Afraid No More greift die kollektive Angst aller Andersfarbigen, Andersdenkenden und Andersliebenden vor Ablehnung und Ausgrenzung auf, kehrt sie aber in den Stolz aufs Anderssein um. Das schnell getaktete We Are Still Here wiegt mit seinem simplen, aber umso effektiveren Hände-in-die-Höhe-Chor in der Gewissheit, dass wir immer noch mehr sind als die Spielverderber am rechten Rand. Happy ist der Gegenentwurf zur Angst, ein musikgewordener Affirmationssatz, der mit berührendem Chorgesang an die Hoffnung appelliert. Baum könnte als mandolinen- und geigenstarker Song auch auf staubigen Country Roads spielen, ist aber eine Huldigung an den Wald, die Natur, die nicht fragt, wer man ist, sondern die in ihrer großen, leisen Anmut umarmt. Laterna Magica schließlich führt ins Licht, in die Hoffnung. Und es unterstreicht als letzter Song der Platte, dass Canaries In A Coalmine den vorläufigen kreativen Höhepunkt der nimmermüden, dauerkreativen Bukahara ist. Mit Zauber in den Stimmen und in ihren Fingern.

11.03. Wiesbaden, Schlachthof
12.03. Erlangen, E-Werk
13.03. Karlsruhe, Tollhaus
14.03. Heidelberg, Halle 02
18.03. Marburg, KFZ
19.03. Ulm, Roxy
20.03. Stuttgart, Wagenhallen
21.03. München, Muffathalle
26.03. Düsseldorf, Zokk -ausverkauft-
27.03. Dortmund, FZW
28.03. Bielefeld, Forum Bielefeld -ausverkauft-
07.04. Dresden, Beatpol
08.04. Leipzig, Werk 2
09.04. Jena, Kassablanca
16.04. Hannover, Pavillion
17.04. Bremen, Schlachthof
18.04. Hamburg, Grosse Freiheit
24.04. Münster, Skaters Palace
25.04  Münster, Skaters Palace
30.04. Köln, Palladium
02.05. Berlin, Huxleys

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