Künstlerinformationen

Airbourne

Single: "Boneshaker"
Album: "Boneshaker" VÖ: 25.10.19

Vertigo Berlin I Universal Music

Manche Gebäude haben eine echte Seele. Sie atmen, sie schwitzen und sie pulsieren. Tragen alte Erinnerungen, unzählige Geschichten, Lieder und das Lachen ihrer Bewohner in ihren Wänden. Das legendäre RCA Studio A in Nashville, Tennessee ist definitiv einer dieser Orte...

 

Alleine schon die vielen Fotos an den Wänden der Aufnahmeeinrichtung in „Motor City“ sprechen Bände über seine illustre Geschichte: Elvis Presley und Roy Orbison, Willie Nelson und Waylon Jennings; die Architekten des Rock `N Roll und der Country-Music, sie alle lächeln herunter auf die Besucher. Elvis und die Beach Boys haben hier aufgenommen, ebenso B.B. King und The Monkees, Joe Cocker und Tony Bennett. 1973 hat Dolly Parton ihre beiden Welthits „Jolene“ und „I Will Always Love You“ am selben Tag in dem 500qm umfassenden Studio eingespielt.

 

Für Airbourne bei weitem keine leichte Aufgabe, sich im vergangenen April in dem Gebäude mit der Adresse ‚30 Music Square West’ einzufinden: Ganz ohne fertige Songs, einzig und allein mit einer handvoll Riffs und dem brennenden Verlangen, das ehrlichste Rock `N Roll-Album ihrer 16-jährigen Karriere aufzunehmen. Eine Aufgabe, die wirkliche Chuzpe erforderte. Und Eier. Große Eier sogar. Doch schon in der Vergangenheit haben Airbourne erfolgreich bewiesen, dass ihnen keine Herausfoderung zu groß ist!

 

In ihren Gründungstagen hat die Band um Joel und Ryan O`Keeffe ihre Gitarren, Verstärker und Drums in ihren alten Kombi gequetscht, um 24 Stunden zum nächsten Auftritt zu fahren. Oftmals in einer dieser Bars, in denen der Wirt über und über mit Knast-Tattoos bedeckt war, mehr Finger als Zähne im Mund hatte und eine gefährliche Null-Toleranz-Einstellung gegenüber Fremden pflegte, die seine kostbare Saufzeit mit schlechter Musik verschwendeten. Fast zwangsläufig fing der Abend jedesmal mit dem Kennenlernen des jeweiligen Venue-Rausschmeissers an; meistens irgendwelche zwielichtigen Typen, die statt Schallplatten Einträge in ihrem Strafregister sammelten...

 

Uns wurde gesagt: `Wenn ihr Jungs hier schon Krach macht, dann sollte mir das auch besser gefallen`, erinnert sich Joel. „Das war die Art von Typen, die ihre Samstagnacht genießen wollten. Falls sie irgendwas dabei störte, war der Ärger schon vorprogrammiert.“ Eine ziemlich harte Lehrzeit, die bei den O`Keeffe-Brüdern in einer fundamentalen Furchtlosigkeit resultierte. Und im Fokus auf ihr großes Ziel: Der Verwirklichung ihres Traumes, ihrer australischen Heimatstadt Warrnambool im Bundesstaat Victoria eines Tages zu entkommen. Ein Vorhaben, das unter einem besonderen Motto stand: Rock `N Roll for life!

 

Ein Credo, das die Vierertruppe Joel und Ryan O` Keeffe, Matthew Harrison und Justin Street im Frühjahr 2019 bis nach Nashville geführt hat. Im RCA Studio A wurde die Formation bereits ungeduldig erwartet: Niemand Geringerem, als dem sechsfach Grammy-ausgezeichneten Producer Dave Cobb juckten nach seiner Arbeit mit Country-Superstars wie Chris Stapleton, Brandi Carlile und Sturgill Simpson schon die Finger, endlich mit einer waschechten Rockband aufnehmen zu dürfen. Der Art von Band, die seinen Puls schon während seiner Jugend in Savannah, Georgia zum Rasen gebracht hatte. Schon wenige Minuten, nachdem Airbourne sein Studio geentert hatten, wurde dem 45-jährigen Producer klar, dass er endlich das gefunden hatte, wonach er die ganze Zeit suchte.

 

Cobb ist aus ganzem Herzen ein Rocker“, sagt Joel. „Als Kind lernte er die gleichen Riffs von AC/DC und Led Zeppelin, die auch ich als Heranwachsender auf der anderen Seite der Welt übte. Er war fest entschlossen, ein waschechtes Rock `N Roll-Album aufzunehmen; genau das, was auch unser Plan war. Wir wollten mit einem Produzenten arbeiten, der etwas Neues, Anderes beisteuern konnte. Er war unsere absolute Traumwahl.“

 

Cobbs Vision des Albums gestaltete sich dabei fast atemberaubend simpel: Airbourne sollten sich vom Geist, der Energie und dem Enthusiasmus alter Rock `N Roll-Aufnahmen inspirieren lassen. Mit anderen Worten: Sie sollten ein Album direkt aus dem Stegreif schreiben und aufnehmen. In Airbourne sah er für dieses Vorhaben genau die richtige Band. Mit seinem eindrucksvollen Backcatalogue – angefangen beim 2008er Debüt „Runnin` Wild“ über den 2010er Nachfolger „No Guts. No Glory“, das 2013 erschienene „Black Dog Barking“ bis hin zum letzten Album, dem 2016 releasten „Breakin` Outta Hell“ - erinnerte ihn das australische Quartett an großartige Bands wie AC/DC, Thin Lizzy, Motörhead oder The Who. Eine zum Äußersten entschlossene Rock `N Roll-Band mit jeder Menge Feuer unterm kollektiven Arsch.

 

Und somit stand die Mission der kommenden Wochen unmissverständlich fest: Eben diese ungezügelte, ungehobelte, unverfälschte Live-Power authentisch auf Tape einzufangen und die Energie zu einem kompromisslos ins Gesicht knallenden, lupenreinen fucking Rock `N Roll-Album zu kanalisieren. Und kaum hatte die Band ihr Equipment ausgepackt und eingestöpselt, da wurde das Quartett auch schon von seinem neuen Produzenten darüber informiert, dass die Aufnahmen bereits begonnen hatten. „Üblicherweise haben wir früher erstmal drei Wochen damit verbracht, den richtigen Gitarrensound zu suchen“, lacht Joel. „Doch mit Dave hieß es einfach `ok, lass uns anfangen!' Wir wollten ein Album aufnehmen, wie man es damals in den guten alten Zeiten gemacht hat. Es hat einen verdammt guten Grund, weshalb seine Wände mit all diesen Platin-Awards gepflastert sind: Weil es niemanden gibt, der diese Art von ungefilterter Energie besser einfangen kann. Es ist zwar keine Raketenwissenschaft, aber ein Handwerk, dass heute zwischen so vielen modernen Aufnahmen verloren gegangen ist. Er wollte es völlig oldschool machen. One-Take-Aufnahmen, keine Zeitverschwendung, kein Drama. Er hat uns gezeigt, dass das die wahre Magie ist.“

 

Eine Arbeitsweise, an die man sich auf Bandseite erst einmal gewöhnen musste. Ryan erinnert sich feixend an das Ende einer Aufnahme während einer frühen Session, bei der er eingestehen musste, den Teil vor dem Refrain aus Versehen schneller gespielt zu haben. Cobbs knappe Antwort: „’Gut!’ Ich fragte: Hä? Was meinst du mit `gut`? Er antwortete: `Das ist echt toll. So läuft es nun mal; das ist authentisch, der Take ist im Kasten.` Er bat uns in den Control-Room, um die Aufnahme anzuhören und es klang einfach großartig. Wir fragten ihn, wie er das gemacht hätte. Er antwortete, dass wir es doch gespielt hätten und nicht er. Wir mussten lernen, uns so zu vertrauen, wie er uns vertraute. Es war ein tolles Gefühl, mit ihm eine Art fünftes Bandmitglied zu haben.“

 

Je weiter die Aufnahmesessions voranschritten, desto mehr gewöhnte sich die Band an die neue Arbeitsweise. Songs entstanden aus dem Bauch heraus, aus Instinkt und Intuition, die ganze Band im gleichen Raum, im gleichen Groove. Joel nutzte für die Vocal-Aufnahmen ein Handmikrofon, durch das er mit seiner rauen Stimme über die PA die Wände des Studio A zum Beben brachte. Man spürte, dass man auf dem richtigen Weg war; spätestens als Cobb während einer besonders intensiven Aufnahme die Band plötzlich euphorisch mit den Worten unterbrach: „You guys were built to rock!“ Diese Aussage braucht wohl keine Übersetzung.

 

Das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit liegt nun mit „Boneshaker“ vor – dem wohl direktesten, leidenschaftlichsten, impulsivsten und packendsten Album in Airbournes bisheriger Laufbahn. 10 Songs in 30 Minuten, roh, lebendig und berstend vor Entschlossenheit und Rock N`Roll-Gestus. Angefangen beim donnernden Opening-Riff des Titeltracks bis zum heiser röhrenden Bad-Boogie von „Rock `N`Roll For Life“ stellt das Album ein Hoch auf das wilde, laute Leben dar. Keine falsche Scham, kein Einknicken, keine Reue, keine verschwendeten Augenblicke. Stattdessen Lust und Aggression, Wut und offen zur Schau gestellter Rebellengeist. Erwachsenenmärchen von wilden Nächten und gebrochenen Herzen, Exzess und Hemmungslosigkeit, Brüderschaft, Liebe und Gemeinschaft. Und wenn man genau hinhört, entdeckt man auf „Burnout The Nitro“ sogar ein paar Country & Western-Einflüsse.

 

Joel war noch nie ein Typ, der gerne über seine Lyrics sprach. „Wir wollen, dass die Leute beim Anhören der Songs ihre eigene Phantasie spielen lassen, statt ihnen eine konkrete Bedeutung zu geben.“ Und Songtitel wie „Sex To Go“, „She Gives Me Hell“ oder „Backseat Boogie“ bedürfen wohl auch keiner großen Erklärungen. Auf „This Is Our City“, einem Tributsong an die alte Bandheimat Melbourne, heißt es: „Shout it out, scream it loud. Turn it up, rock the house!“ Als man sich damals ein Haus teilte und die O`Keeffe-Brüder gemeinsam Videos von AC/CD, Iron Maiden und Metallica ansahen, fragte man sich regelmäßig, was wohl so grundlegend falsch innerhalb der modernen Rockmusik gelaufen ist. Ihre Lösung war, einfach die Musik selbst zu spielen, die sie gerne gehört hätten. Rockmusik, die direkt aus dem Herzen kommt. Mit „Boneshaker“ ist dem Quartett erstmals ein Album gelungen, das exakt so klingt wie die Musik in ihren Köpfen. Fun Fact: Wenn es nach Dave Cobb gegangen wäre, hätte das Album den lieblichen Titel „This Is A Real Fucking Rock `N Roll Record“ getragen. Am Ende entschied man sich jedoch nur für einen Sticker. Immerhin...

 

Doch eine Sache ist glasklar: Mit dem Sound von „Boneshaker“ haben alle Beteiligten ihre Mission erfolgreich erfüllt – Band und Producer gleichermaßen. „Wir sind nicht im Musikbusiness tätig, wir sind im Airbourne-Business unterwegs“, lacht Joel. „Als Kinder hatten Ryan und ich einen großen Traum: In der besten Band der Welt zu spielen, um den Globus zu reisen und jede Nacht unser Können unter Beweis zu stellen. Einen Plan B hatten wir nie. Und heute haben wir diesen Traum wahrgemacht und lieben es! Der letzte Song auf der Platte drückt es wohl am besten aus: `Rock `N`Roll For Life`. Das ist unser Leben. Das einzige Leben, das wir uns vorstellen können.“

 

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