Künstlerinformationen

Sodom

Single: "Sodom and Gomorrha"
Album: "Genesis XIX" VÖ: 27.11.2020

Steamhammer/SPV

Brennpunkt Altenessen, tief im Herzen des Ruhrgebiets. Von hier wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts Europas Industrialisierung mit den notwendigen Rohstoffen versorgt, abgebaut in mühsamer Knochenarbeit unter Tage, aus Steinkohlezechen mit klangvollen Namen wie Carl, Anna, Fritz-Heinrich oder Helene. Altenessen ist aber auch das musikalische Domizil von Tom Angelripper, Sänger/Bassist der deutschen Metal-Formation Sodom, der sich seit Jahren in einem abgerockten Proberaum der Stadt mit seinen Bandmitgliedern trifft, um beinharten Thrash zu schmieden. Für andere Musiker mögen solche Informationen unbedeutende Marginalien sein, für Tom sind sie wichtige Aspekte seines Erfolgsrezepts. „Ich will Jungs aus dem Pott, aus meinem Dunstkreis, mit denen man kontinuierlich proben und arbeiten kann“, sagt der Sodom-Boss und hat mit den Gitarristen Frank Blackfire und Yorck Segatz sowie Neuzugang Toni Merkel (Schlagzeug) seine Bandphilosophie in die Realität umgesetzt. Eine Philosophie, die anno 2020 mehr denn je fruchtet. Denn bereits mit den ersten Lockerungen des Pandemie-bedingten Lockdowns konnten Sodom sofort wieder kreativ arbeiten. Auch deshalb ist Genesis XIX genau das geworden, worauf es die Beteiligten angelegt haben: „Dies ist definitiv eine der härtesten und vielseitigsten Studioscheiben, die es von Sodom je gegeben hat“, erklärt Tom und präsentiert stolz zwölf neue Songs, die am 27. November 2020 über Steamhammer/SPV in den Formaten CD, 2-LP, Box-Set, Download und Stream veröffentlicht werden.

Bereits vorab wird es zwei digitale Singleauskopplungen geben: Am 25. September 2020 erscheint ‚Sodom & Gomorrah‘, fünf Wochen später folgt ‚Indoctrination‘. Hier, wie auch auf dem gesamten Album, zeigt sich der von Angelripper erwähnte Abwechslungsreichtum: „Yorck und Frank als unsere Riff-Lieferanten sind völlig unterschiedliche Musikertypen. Yorck ist eingefleischter Metaller, dem der Thrash quasi in die Wiege gelegt wurde. Frank dagegen hat in seinem Spiel auch unüberhörbare Blues- und Rock-Elemente, kann schon mal Frank Marino oder Rory Gallagher zitieren und schreibt Songs, die es so oder ähnlich auf Agent Orange hätte geben können. Von diesen vielfältigen Einflüssen lebt Genesis XIX.“ 

Hinzu kommt eine dritte Ebene, die nach der – wie Tom ausdrücklich betont – freundschaftlichen Trennung von Schlagzeuger Husky in dieser Ausprägung nicht zu erwarten war: „Mit Toni haben wir einen Wahnsinnstrommler hinzu gewonnen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Er ist der beste Drummer, den bislang niemand auf dem Schirm hatte.“ Zumal Merkel neben seinem furiosen Spiel eine weitere nicht unwichtige Qualität besitzt: Aus seiner Mitgliedschaft bei den Death-Metallern Sabiendas und vieler anderer Black/Death Metal-Bands, bei denen er getrommelt und die er auch produziert hat, kennt er sich mit Studiotechnik und Recording perfekt aus. Angelripper: „Dadurch waren wir bei der Produktion von Genesis XIX weitestgehend autonom, konnten nicht nur fokussiert an neuen Songs schrauben, sondern auch die richtigen Sounds auswählen. Das war wichtig, da wir weder digitale Amps noch Plug-Ins verwenden, sondern sämtliche Gitarren über richtige Marshall-Röhrenverstärker gespielt haben.“ Mit einer in jeder Hinsicht profunden Vorproduktion verlegten Sodom dann die restlichen Arbeiten nach Hagen ins renommierte ‚Woodhouse Studio‘, in dem Siggi Bemm als Toningenieur Toms Gesang aufnahm und die Scheibe auf einer analogen Studiokonsole gemischt hat.

Das Ergebnis spricht in seiner Vielseitigkeit eine klare Sprache: Von reinrassigem Thrash-Metal á la ‚Euthanasia‘, ‚Dehumanized‘ oder ‚Friendly Fire‘ bis zu einer ungewöhnlichen Nummer wie ‚Occult Perpetrator‘ breiten Sodom alle Facetten ihres typischen Sodom-Sounds aus. Dieser Ideenreichtum gilt auf Genesis XIX auch textlich, denn Tom zeigt wie gewohnt ein eigenes Themenprofil: In ‚The Harpooneer‘ vertont er die bekannte Moby Dick-Erzählung um den herrischen Käpt´n Ahab, beschreibt in ‚Glock´n`Roll‘ die Geschichte eines Serienmörders, erinnert in ‚Waldo & Pigpen‘ an die gleichnamigen US-Kampfpiloten, deren Funkverkehr bei ihrem Einsatz in Vietnam für die Nachwelt erhalten blieb, oder beklagt in ‚Nicht mehr mein Land‘ (Tom: „Wir sind die Allerersten, die richtigen Thrash mit deutschem Text verbinden“) den Zustand westlicher Gesellschaften. „Thrash-Metal-Storys müssen natürlich martialisch sein, bei uns sind sie jedoch niemals böse oder respektlos gemeint“, bekräftigt er und erklärt seinen textlichen Ansatz: „Ich singe einfach über das, was mir auf der Seele brennt.“ Ein echtes Thrash-Metal-Erfolgsrezept á la Sodom!

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